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Angst und Panikstörungen

Angst mit Hypnose therapieren

Praxis für Hypnosetherapie,
Psychotherapie & Coaching


Davor Antunovic
Eichendorffstrasse 39
73734 Esslingen Zollberg

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Angst und Panikstörungen


Angst und Panikstörungen in Esslingen

Angst und Panikstörungen können mit Hypnose beeinflusst, gelindert und geheilt werden. Tatsächlich gibt es immer mehr Untersuchungen die dies belegen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Diagnose und der Definition von Angststörungen. Er erklärt nicht, wie Hypnose bei Angststörungen wirkt. Hierfür werde ich bald einen weiteren Artikel veröffentlichen, der dann hier verlinkt wird.

Viele Menschen die zu mir in die Praxis nach Esslingen kommen wussten über längere Zeit nicht, dass sie eine Angststörung haben, tatsächlich vermutet jemand, der unter einer Angststörung leidet zunächst einmal eine körperliche Krankheit.

Hypnotherapeutisch, wenn man die Angst also aus einer hypnotherapeutischen Weltsicht anschaut ist diese ein Trancezustand, welches das Unterbewusstsein hervorrufen kann - meistens natürlich unwillkürlich. Sinn einer Therapie ist es diesen Zustand zu transformieren und ihn wieder natürlich und bewusst kontrollierbar zu machen.

Der Begriff Angst kommt aus dem lateinischen Agnus und bezeichnet "die Enge".

Angst ist ein Gefühl, das wohl jedem Menschen bekannt ist.

Angst gehört sozusagen zu den Basisemotionen.

Es ist aber trotzdem sehr schwer, den Begriff der Angst allgemeingültig zu definieren. Grundsätzlich kann sie wohl als ein unangenehm empfundenes Gefühl von Bedrohung beschrieben werden.

In diesem Rahmen hat Angst durchaus auch eine nützliche Funktion, da sie ein Alarmsignal ist, das Aktivitäten zur Beseitigung einer Gefahr auslösen kann. Nach Beseitigung dieser Bedrohung sollte auch die Angst verschwinden.

Es gibt drei hauptsächliche Typen von Angst-/Panikstörungen.
Es kommt vor, dass Symptome von mehr als einem Typ Angststörung durchlebt wird.

Es könnte z.B. ein Mensch der unter Panik-Attacken leidet, einige Symptome von spezifischen Phobien aufweisen und/oder einige Symptome von Zwangsverhalten.

Panikstörungen

Bei dieser Erkrankung treten wiederholt Panikattacken auf. Unter Panikattacken versteht man das plötzliche Auftreten intensiver Angst, das nicht durch eine bestimmte Situation ausgelöst wird. Innerhalb weniger Minuten steigert sich die Angst zu einem Höhepunkt. Neben psychischen Anzeichen treten auch ausgeprägte körperliche Symptome wie Herzrasen, Beklemmungsgefühle, Atemnot und Zittern auf. Viele Patienten empfinden deshalb Todesangst. Häufig entwickelt sich eine Erwartungsangst vor der nächsten Attacke, auch sozialer Rückzug kann eine Folge der Panikstörung sein. Die Dauer einer Panikattacke schwankt von zwei oder drei Minuten bis zu einigen Stunden, in den meisten Fällen hält sie aber 10 bis 30 Minuten an.

Drei Typen der Panikattacken sind heute bekannt.

1) Spontane Panikattacken

Diese Art der Panikattacken erleiden Menschen mit einer Panikstörung. Panikstörung ist die Angst eine spontane Panikattacke zu bekommen. Diese Art der Attacken kommt spontan ohne Vorwarnung, tagsüber oder nachts, egal was der Betroffene gerade macht. Die spontane Panikattacke wird nicht durch ein bestimmtes Ereignis, eine Situation oder einen Ort ausgelöst. Viele Betroffene werden durch die Attacken aus dem Schlaf gerissen und meinen einen Herzinfarkt zu erleiden, sie befürchten sterben zu müssen, verrückt zu werden, oder die Kontrolle über sich zu verlieren.


2) Angstbedingte Panikattacken

Diese Art der Panikattacken tritt in Verbindung mit bestimmten angsteinflössenden Situationen oder Orten auf. Zum Beispiel:
Menschen mit sozialen Phobien in sozialen Situationen, das Besuchen von Orten, die in Verbindung mit traumatischen Ereignissen stehen, die Konfrontation mit einer angstauslösenden Situation.


3) Situationsbedingte Panikattacken

Menschen die unter einer Panikstörung leiden, erleben diese Art der Panikattacken. Einige Menschen, die unter einer Panikstörung leiden, sind dazu prädestiniert, Panikattacken bei bestimmten Situationen oder an bestimmten Orten zu bekommen, obwohl Sie keine Angst vor der Situation oder dem Ort selber haben. Man kann z.B. eine Panikattacke erleiden, während man Auto fährt. Manchmal bekommt man eine Attacke und ein anderes Mal nicht. Die Attacke wird aber nicht durch die Angst vor dem Autofahren selbst verursacht. Phobien Diese Angststörung wird als eine unvernünftige, sich entgegen besserer Einsicht zwanghaft aufdrängende Angst vor bestimmten Gegenständen oder Situationen definiert.
Es werden die folgenden Erscheinungsformen unterschieden:

Nach den Forschungskriterien des ICD-10 - des internationalen Diagnoseschemas der Weltgesundheitsorganisation (WHO) - treten bei einer Panikattacke mindestens 4 von 14 körperlichen und psychischen Symptomen auf (davon muss eines aus den ersten vier Symptomen der folgenden Liste stammen):


Vegetative Symptome, also körperliche Symptome:

1. Herzrasen, Herzklopfen oder erhöhte Herzfrequenz,
2. Schweissausbrüche,
3. fein- oder grobschlägiges Zittern (Tremor),
4. Mundtrockenheit (nicht als Folge von Medikamenten oder Austrocknung).

Symptome, die den Brustkorb oder den Bauch betreffen:

5. Atembeschwerden,
6. Beklemmungsgefühl,
7. Schmerzen und Missempfindungen in der Brust,
8. Übelkeit oder Missempfindungen im Magen.


Psychische Symptome:

9. Schwindel, Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit,
10. Entfremdungsgefühl gegenüber der eigenen Person (Depersonalisation) oder Gefühl der Unwirklichkeit der Umwelt (Derealisation),
11. Angst die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder "auszuflippen",
12. Angst zu sterben (die auftretenden Symptome lösen Todesangst aus).


Allgemeine Symptome

13. Hitzegefühle oder Kälteschauer,
14. Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle.

Die Furcht vor einer weiteren, sehr bedrohlich und nicht kontrollierbar erscheinenden Panikattacke führt oft zu einer ausgeprägten Erwartungsangst, die das ganze Leben negativ beeinflusst. Als Folge davon entwickelt sich häufig eine "Platzangst" (Agoraphobie) mit einer massiven Einschränkung des Bewegungsspielraumes.

Bei einer Panikstörung stehen die körperlichen Symptome zumindest anfangs derart im Vordergrund, dass viele Betroffene nicht den Eindruck haben, unter einer Angststörung, sondern unter einer unbekannten körperlichen Störung zu leiden.

Das amerikanische psychiatrische Diagnosesystem DSM-IV erstellt folgende diagnostische Kriterien für eine Panikattacke:
Eine klar abgrenzbare Episode intensiver Angst und Unbehagens, bei der mindestens 4 der nachfolgend genannten Symptome abrupt auftreten und innerhalb von 10 Minuten einen Höhepunkt erreichen:

Herzstolpern, Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag, Schwitzen, Zittern oder Beben, Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot, Erstickungsgefühle, Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust, Übelkeit oder Magen-Darm-BeschwerdenSchwindel, Unsicherheit, Benommenheit oder der Ohnmacht nahe sein, Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (sich losgelöst fühlen), Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden, Angst zu sterben, Parästhesien (Taubheit oder Kribbelgefühle), Hitzewallungen oder Kälteschauer. Die einzelnen Anfälle beginnen gewöhnlich ganz plötzlich, steigern sich innerhalb von Minuten zu einem Höhepunkt und werden trotz der eher kurzen Dauer von den Patienten sehr unangenehm und stark bedrohlich erlebt wegen der Intensität und Plötzlichkeit des Auftretens der vegetativen Symptome. Zwischen den Attacken liegen (in Abgrenzung zur generalisierten Angststörung) weitgehend angstfreie Zeiträume (Erwartungsangst ist jedoch häufig). Schwere, Häufigkeit und Verlauf der Störung können sehr unterschiedlich sein.

Panikattacken dauern meistens nur einen relativ kurzen Zeitraum (einige Minuten bis zu einer halben Stunde), manchmal auch länger (einige Stunden), sind dann aber nicht mehr so ausgeprägt. Laut Studien dauern Panikattacken durchschnittlich eine knappe halbe Stunde. Wenn Panikattacken länger als 30 Minuten anhalten, ist dies oft durch den Versuch bedingt, sie zu unterdrücken, zu stoppen oder zu analysieren, wodurch die Anspannung aufrechterhalten wird. Die Angst vor einer weiteren, unkontrollierbar erscheinenden Panikattacke führt rasch zu einer starken Erwartungsangst.

Drei Symptome treten bei Panikattacken besonders häufig auf:
Herzklopfen/-rasen, Schwindel/Benommenheit, Atemnot. Die Todesangst und die Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden, sind häufige psychische Reaktionsweisen auf die bedrohlichen körperlichen Symptome und angstmachenden Erfahrungen der Entfremdung (Depersonalisation und Derealisation).

Bei unerwarteten Panikattacken zeigen sich häufiger die Symptome Angst zu sterben, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren, und Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle als bei situativ ausgelösten Panikattacken. Diese Symptome sowie Atemnot, Schwindel-, Schwäche- und Unwirklichkeitsgefühle werden mehr von Menschen mit Panikattacken als von Personen mit anderen Angststörungen berichtet.
Nach der Häufigkeit der Symptome (mindestens 4 oder weniger Symptome) unterscheidet man zwischen vollständigen und unvollständigen Panikattacken. Menschen mit unvollständiger Symptomatik hatten früher oft vollständige Panikattacken.

Eine Panikattacke allein ist nach dem DSM-IV keine codierbare Störung. Codiert wird die Störung, innerhalb der die Panikattacken auftreten: Panikstörung ohne Agoraphobie oder Panikstörung mit Agoraphobie.

Das DSM-IV unterscheidet nach dem Kontext des Auftretens drei Arten von Panikattacken:


1. Unerwartete (nicht ausgelöste) Panikattacken. Das Eintreten der Panikattacken hängt nicht von situativen Auslösern ab, sondern erfolgt spontan ("wie aus heiterem Himmel"). Diese Anfälle sind zur Diagnose einer Panikstörung erforderlich.

2. Situationsgebundene (ausgelöste) Panikattacken. Das Auftreten der Panikattacken erfolgt fast immer bei einer Konfrontation mit dem situativen Reiz oder Auslöser oder dessen Vorstellung (z.B. bestimmte Verkehrsmittel, Tiere, Menschen, soziale Situationen). Derartige Panikattacken sind charakteristisch für soziale und spezifische Phobien und zeigen den Schweregrad der entsprechenden Phobie an.

3. Situationsbegünstigte Panikattacken. Das Auftreten wird durch phobische Objekte oder Situationen zwar begünstigt, aber nicht sofort nach der Konfrontation ausgelöst (z.B. Panikattacken beim Autofahren erst nach längerer Zeit oder nur selten).

Unter einer Panikstörung versteht man das wiederholte, unerwartete Auftreten von Panikattacken. Das ICD-10 fordert für die Diagnose einer Panikstörung innerhalb eines Zeitraums von etwa einem Monat mehrere schwere Angstattacken, die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersagbar sind.

Eine Panikstörung liegt auch dann vor, wenn nur ganz wenige Panikattacken spontan auftreten, die Person aber anhaltend von heftiger Sorge vor weiteren Anfällen geplagt wird (Angst vor der Angst) und bestimmte Situationen nur mit starkem Unbehagen ertragen kann.

Das DSM-IV folgende diagnostische Kriterien für eine Panikstörung ohne Agoraphobie (für eine Panikstörung mit Agoraphobie gelten mit Ausnahme von B dieselben Kriterien):


A. Sowohl (1) als auch (2):
(1) wiederkehrende unerwartete Panikattacken...
(2) bei mindestens einer der Attacken folgte mindestens ein Monat mit mindestens einem der nachfolgend genannten Symptome:
a) anhaltende Besorgnis über das Auftreten weiterer Panikattacken,
b) Sorgen über die Bedeutung der Attacke oder ihre Konsequenzen (z.B. die Kontrolle zu verlieren, einen Herzinfarkt zu erleiden, verrückt zu werden),
c) deutliche Verhaltensänderungen infolge der Attacken.

B. Es liegt keine Agoraphobie vor...

Nach den Forschungskriterien des ICD-10, dem international gültigen Diagnoseschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist eine Panikstörung (F41.0) durch folgende Merkmale charakterisiert:

A. Wiederholte Panikattacken, die nicht auf eine spezifische Situation oder ein spezifisches Objekt bezogen sind und oft spontan auftreten (d.h. die Attacken sind nicht vorhersagbar). Die Panikattacken sind nicht verbunden mit besonderer Anstrengung, gefährlichen oder lebensbedrohlichen Situationen. B. Eine Panikattacke hat alle folgenden Charakteristika:
a. Es ist eine einzelne Episode von intensiver Angst oder Unbehagen
b. sie beginnt abrupt
c. sie erreicht innerhalb von Minuten ein Maximum und dauert mindestens einige Minuten
d. Mindestes vier Symptome der unten angegebenen Liste, davon eins von den Symptomen 1. bis 4. müssen vorliegen


Vegetative Symptome:

1. Palpitationen, Herzklopfen oder erhöhte Herzfrequenz
2. Schweissausbrüche
3. fein- oder grobschlägiger Tremor
4. Mundtrockenheit (nicht infolge Medikation oder Exsikkose)
Symptome, die Thorax und Abdomen betreffen:
5. Atembeschwerden
6. Beklemmungsgefühl
7. Thoraxschmerzen oder - Missempfindungen
8. Nausal oder abdominelle Miempfindungen (z.B. Unruhegefühl im Magen)
Psychische Symptome:9. Gefühl von Schwindel, Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit
10. Gefühl, die Objekte sind unwirklich (Derealisation) oder man selbst ist weit entfernt oder "nicht wirklich hier" (Depersonalisation)
11. Angst vor Kontrollverlust, verrückt zu werden oder "auszuflippen"
12. Angst zu streben

Allgemeine Symptome:

13. Hitzewallungen oder Kälteschauer
14. Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle


Die Panikattacken sind nicht Folge einer körperlichen Störung, einer organischen psychischen Störung (F0) oder einer anderen psychischen Störung wie Schizophrenie und verwandten Störungen (F2), einer affektiven Störung (F3) oder einer somatoformen Störung (F45).

Die Diagnose einer Panikstörung soll nach übereinstimmender Aussage des ICD-10 und des DSM-IV nur dann gestellt werden, wenn die Panikattacken unerwartet auftreten, d.h. nicht auf Situationen begrenzt sind, in denen objektive Gefahr besteht oder die bekannt sind oder vorhersehbar Angst auslösen (z.B. im Rahmen einer Phobie).
Menschen mit einer Panikstörung haben neben unerwarteten (spontanen, nicht ausgelösten) Panikattacken oft auch situationsgebundene und/oder situationsbegünstigte Panikattacken (letztere in häufigerem Ausmass). Situationsgebundene Panikattacken zeigen dasselbe Erscheinungsbild wie spontane Angstanfälle.

Panikattacken können nach dem DSM-IV nicht nur bei anderen Angststörungen, sondern auch bei anderen psychischen Störungen (z.B. Depressionen), körperlichen Erkrankungen oder Substanzmissbrauch auftreten. Panikattacken können als Zusatzkategorie zu den verschiedensten psychischen Störungen angeführt werden. Dies bedeutet eine Abkehr von der früheren amerikanischen Diagnostik, wonach spontane und unerwartete Panikattacken implizit als endogenes Geschehen angesehen wurden.

Die erste Panikattacke stellt meist ein so intensives, existentiell bedrohliches und traumarisierendes Erlebnis dar, dass aufgrund der Erwartungsangst ein umfangreiches Vermeidungsverhalten entsteht. Sie tritt meistens ausser Haus auf, weshalb sich oft mehr oder weniger rasch eine Agoraphobie entwickelt. In vielen Fällen besteht daher eine Agoraphobie mit Panikstörung. Durch das wiederholte Erleben einer Panikattacke werden oft existentielle Fragen und Ängste angesprochen (Tod als Ende oder Beginn einer anderen Existenzform, Sinn des Lebens, Dauerhaftigkeit von Beziehungen u.a.).

Es ist wie nach einem schweren Unfall, den man nur mit viel Glück überlebt hat. Plötzlich verliert das Leben seine Selbstverständlichkeit. Das Urvertrauen in das Leben geht verloren. Man wird übermässig vorsichtig aus Angst vor der Wiederholung einer derartigen Erfahrung, beobachtet und kontrolliert seinen Körper, auf den man sich früher einfach verlassen hat, und braucht die Versicherungen anderer (z.B. Angehöriger, Ärzte, Psychotherapeuten), um sich "in seiner Haut" wohl fühlen zu können. Es entwickelt sich oft ein extremes Sicherheitsbedürfnis, das risikoscheu macht, auch in Situationen, die man früher ohne langes Nachdenken problemlos bewältigen konnte.

Menschen mit Panikstörung entwickeln hinsichtlich der Begleiterscheinungen und Konsequenzen von Panikattacken charakteristische Auffassungen, Ursachenzuschreibungen und Verhaltensweisen, die sich folgendermassen zusammenfassen lassen:
Bewertung der Symptomatik als gefährlich, was angstmachend wirkt.Neues "Körper-Bewusstsein", geprägt von der Angst vor einer lebensbedrohlichen Erkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall, Gehirntumor), weshalb schon leichte Symptome (Kribbeln, Kopfweh, Nebenwirkungen von Medikamenten) übermässig ernst genommen werden. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen, auf alle Zustände.Mangelnde Beruhigung trotz vieler organischer Untersuchungen mit negativem Befund, weil plausible Erklärungen für die Symptomatik ausbleiben.Demoralisierung als Folge der nicht bewältigbar erscheinenden Panikattacken.Angst, "verrückt" zu werden oder die Kontrolle zu verlieren. Diese Angst wird begünstigt durch Depersonalisationserfahrungen, situativ bedingten Sauerstoffmangel im Gehirn und grossen inneren Druck, oft auch verstärkt durch die Angst, dass andere Menschen die plötzlichen Veränderungen bemerken könnten. Neben Todesängsten und Kontrollverlustängsten kann auch die Angst vor sozialer Auffälligkeit und dem Verlust des Sozialprestiges belastend sein.
Folgenschwere Verhaltensänderungen (z.B. Kündigung der Arbeitsstelle, Einschränkung des Aktionsradius, Veränderungen im familiären Zusammenleben).Entwicklung von Erwartungsängsten und Vermeidungsverhalten (Agoraphobie).Psychologische Abhängigkeit von Hilfsmitteln (Mitnahme von Tabletten, Handy, Spazierstock u.a.) oder nahestehenden Personen.Substanzmissbrauch (Alkohol, Tranquilizer) zur Bewältigung der Angstzustände. Die relative Unabhängigkeit der spontanen Panikattacken von situativen Bedingungen bedeutet nach neueren Forschungsergebnissen nicht, dass die Anfälle völlig spontan, d.h. ohne Auslöser, auftreten. Unerwartete Panikattacken werden durch interne Reize ausgelöst. Dies erfolgt durch die Wahrnehmung körperlicher Symptome (z.B. Atemnot oder Herzklopfen), die als unmittelbar bevorstehende körperliche oder seelische Katastrophe interpretiert werden, aber auch durch bestimmte angstmachende Gedanken oder Vorstellungen. Im Gegensatz zu phobischen und agoraphobischen Syndromen, wo die Aufmerksamkeit auf angstmachende äussere Reize und deren Vermeidung gelegt wird, erfolgt bei Panikattacken eine Aufmerksamkeitslenkung nach innen, auf sich selbst: der Körper wird nach möglichen Anzeichen drohender Gefahr abgesucht.

Bestimmte Situationen führen bei hierfür sensiblen Personen zu unangenehmen körperlichen Empfindungen, aus denen sich dann Panikattacken entwickeln können:
Heisses oder schwüles Wetter begünstigt unangenehmes Schwitzen, Schwindel, Herz- und Kreislaufbeschwerden (Blutgefässerweiterung mit Blutdruckabfall).Enge und geschlossene Räume bewirken das Gefühl, zuwenig Luft zu bekommen (erhöhte CO2-Sensitivität). Viele Menschen mit Panikstörung ohne Agoraphobie haben zumindest anfangs nicht das Gefühl, unter Ängsten zu leiden, ausser der Angst vor einer neuerlichen Panikattacke. Nach der ersten Panikattacke gehen viele Betroffene aus verständlichen Gründen zum Arzt und lassen sich durchuntersuchen. Wegen der anfallsartig auftretenden körperlichen Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Brustschmerz oder Schwindelgefühl wird Hilfe von praktischen Ärzten, Internisten, Lungenfachärzten, HNO-Ärzten und Neurologen erwartet, keinesfalls von Psychotherapeuten.
Der Ausschluss organischer Ursachen aufgrund von oft sehr umfangreichen Untersuchungen bringt meistens keine Beruhigung, sondern gibt Anlass zur Sorge, letztlich an einer unbekannten und daher nicht behandelbaren Krankheit zu leiden.

Panikpatienten glauben oft aufgrund der Intensität ihres Erlebens, dass die Mitmenschen ihre Panikattacken genau wahrnehmen können. Tatsächlich jedoch erkennen Aussenstehende meist gar nicht, dass die Betroffenen eben eine Panikattacke erleben. Selbst Fachleute haben oft Schwierigkeiten, bei ihren Patienten eine Panikattacke zu erkennen. Panikpatienten zittern und beben nur innerlich, und Herzrasen kann man ohnehin nicht sehen. Die Betroffenen wirken nach aussen hin oft nur etwas blass, manchmal mit ein paar Schweisstropfen auf der Stirn. Dramatisch wirkt dagegen eine Hyperventilation, das Ringen um Luft, der angstvolle Griff zum Herzen wie bei einem Herzinfarkt und das gelegentliche Sicht-Anklammern an den Partner aus Angst umzufallen. Die relative Unauffälligkeit bewirkt, dass Panikpatienten oft den Eindruck haben, ihre Partner stünden den Attacken verständnislos und wenig einfühlsam gegenüber.

Panikpatienten nehmen ihre körperlichen Symptome stärker wahr als sie tatsächlich sind, wie ein Vergleich zwischen Selbstdarstellung und physiologischen Messungen mittels Langzeit-EKG (tragbare Messgeräte) zeigt. Während bei 70% aller Anfälle Herzklopfen oder Herzrasen berichtet wird, ergeben sich bei den Messungen nur bei einigen Panikattacken leicht erhöhte Herzfrequenzen.

In der bisher umfangreichsten Studie ergab sich ein durchschnittlicher Herzfrequenzanstieg von 11 Schlägen pro Minute bei spontanen und 8 Schlägen bei situativen Panikattacken. Die Betroffenen stellten ihre Panikattacken später als häufiger und stärker ausgeprägt dar, als sie diese unmittelbar nach dem Auftreten in einem Angsttagebuch vermerkt hatten. Eine deutliche Erhöhung des Herzschlags war nur bei situativen Panikattacken gegeben, und zwar schon 15 Minuten vor Beginn der Attacken.

Noch immer wird gegenwärtig nach Ausschluss organischer Ursachen nicht sofort die richtige Diagnose gestellt, sondern - wie früher üblich - eine der folgenden Diagnosen: vegetative Dystonie, psychovegetatives Syndrom, Neurasthenie, nervöses Erschöpfungssyndrom, Hyperventilationssyndrom, psychomotorischer Erregungszustand, funktionelles kardiovaskuläres Syndrom, funktionelle Herzbeschwerden. Frauen werden oft als "hysterisch" und Männer als "hypochondrisch" abqualifiziert.

Die richtige Diagnose gibt vielen Patienten das beruhigende Gefühl, dass ihre Störung einen Namen hat. Nach einer langen Zeit der Ungewissheit weiss man endlich, worunter man leidet. Im negativen Fall kann dies dazu führen, dass man sich mit seiner Identität als Panikpatient zufrieden gibt und im Laufe der Zeit verschiedene Psychotherapien wohl beginnt, bald jedoch ergebnislos abbricht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Psychotherapeuten nicht auf die Panik - Symptomatik an sich eingehen.

Wenn von den Ärzten die richtige Diagnose nicht gestellt und die angemessene Behandlung nicht eingeleitet wird, bleiben Panikpatienten oft über Jahre stark verunsichert. Beruhigungsmittel dämpfen zwar zeitweise die Erwartungsängste, lösen jedoch nicht das Problem der Panikstörung und führen oft zur Medikamentenabhängigkeit.
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1) Agoraphobie

Bei dieser Störung besteht Angst vor solchen Situationen, in denen sich der Betroffene auerhalb seiner gewohnten Umgebung aufhält. Typische Situationen sind der Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen oder in Menschenmengen und weite Entfernung von zu Hause. Der Patient fürchtet in solchen Situationen, nicht flüchten zu können, wenn die hilflos machenden oder peinlichen Symptome wie Schwindel oder Verlust der Blasenkontrolle auftreten. Infolge dieser Befürchtungen meidet der Patient die angstauslösenden Situationen, was eine zunehmende Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit zur Folge hat. Agoraphobie tritt häufig in Verbindung mit einer Panikstörung auf.

2) Soziale Phobie

Ein Patient, der unter dieser Störung leidet, hat anhaltende, starke Angst vor Situationen, in denen er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Eine typische Situation ist das Halten eines Vortrags vor Publikum. Der Betroffene wei, dass die Angst unvernünftig und übertrieben ist, kann sich aber kaum dagegen wehren und versucht deshalb, die angstauslösenden Situationen zu vermeiden. Die soziale Phobie tritt häufig in Verbindung mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik auf. Typische Symptome sind Erröten, Vermeidung von Blickkontakt, Händezittern, Übelkeit und Harndrang. Menschen die unter sozialen Phobien leiden haben Angst und/oder Panik in sozialen Situationen, in denen der betroffene befürchtet sich zu blamieren oder einen Narren aus sich zu machen

3) Spezifische Phobie

Diese Störung wird durch die anhaltende Angst vor einem spezifischen Objekt oder einer bestimmten Situation gekennzeichnet Die häufigsten Formen sind: Angst vor Tieren, insbesondere vor Hunden, Insekten, Schlangen oder Mäusen, Angst vor Blut, Angst vor geschlossenen Räumen, Höhenangst, Flugangst oder Angst vor Ansteckung. Diese Ängste sind auch in der Normalbevölkerung weit verbreitet, sie werden erst dann als krankhaft bezeichnet, wenn sie den Tagesablauf, die üblichen sozialen Aktivitäten oder Beziehungen beeinträchtigen. So kann es z.B. sein, dass ein Patient aus Angst, auf der Strasse einem Hund zu begegnen, nicht mehr allein das Haus verlässt. Generalisierte Angststörung Hierbei handelt es sich um langanhaltende Angst oder Sorge über einen Zeitraum von mehr als 6 Monate vor Ereignissen, die nicht nur auf bestimmte Situationen oder Objekte begrenzt ist. Der Patient kann sich nur kurzfristig von dieser Angst ablenken oder distanzieren. Es zeigen sich folgende typische Symptome: Motorische Spannung, die durch zittern, Muskelanspannung und Ruhelosigkeit gekennzeichnet ist.

Unkontrollierbare Übererregbarkeit, die sich durch Beklemmungsgefühle, Schwitzen, Mundtrockenheit und Schwindel äussert.

Übermäige Wachsamkeit und erhöhte Aufmerksamkeit, die sich durch ein Gefühl der Anspannung, übermäige Schreckhaftigkeit, Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten und Reizbarkeit bemerkbar macht.